Seifenblasen

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Eine Sammlung moderner Märchen nennt Kurd Laßwitz die 1890 erstmals veröffentlichten Seifenblasen. In den vierzehn Erzählungen spürt der Altmeister der deutschsprachigen Science Fiction allerdings nicht den Abgründen der Volksseele nach wie die Gebrüder Grimm. Er nutzt die Form des Märchens eher, um seinen Zeitgenossen Fragestellungen des beginnenden 20. Jahrhunderts aufzuzeigen, die auch andere SF-Schriftsteller wie Jules Verne oder H.G. Wells beschäftigten.

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Formate: EPUB, MOBI (?)

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Eine Sammlung moderner Märchen nennt Kurd Laßwitz die 1890 erstmals veröffentlichten Seifenblasen. In den vierzehn Erzählungen spürt der Altmeister der deutschsprachigen Science Fiction allerdings nicht den Abgründen der Volksseele nach wie die Gebrüder Grimm. Er nutzt die Form des Märchens eher, um seinen Zeitgenossen Fragestellungen des beginnenden 20. Jahrhunderts aufzuzeigen, die auch andere SF-Schriftsteller wie Jules Verne oder H.G. Wells beschäftigten.

In der titelgebenden Erzählung Seifenblasen versuchen seine Helden zu ergründen, ob es möglich ist, technisch-wissenschaftlichen Fortschritt einfach in eine andere Kultur zu verpflanzen. Werden neue Ideen willkommen geheißen, oder bekämpft? Ein ähnliches Thema verfolgt Laßwitz mit  Apoikis, einer Lost World-Geschichte, in der ein Wissenschaftler zufällig eine weit fortgeschrittene, hellenische Kultur findet, die aber nichts mit der restlichen, unreifen Menschheit zu tun haben will.

Dass manche Verhaltensweisen dieser Menschheit sich von außen betrachtet reichlich merkwürdig ausnehmen, zeigen auch die Auszüge aus dem Tagebuch einer Ameise, in denen insbesondere die sonderbaren Liebesrituale der Zweibeiner aus der Sicht des  kollektivistisch orientierten Insekts analysiert werden.

Neben solch grundsätzlichen Fragen finden Kurd Laßwitz aber auch die Zeit einige Mißstände seiner Zeit spöttisch anzugehen. In Aladdins Wunderlampe befasst er sich mit angeblichen transzendentalen Phänomenen, Geistersehern. Auch seine eigene Zunft bleibt nicht verschont, denn in den Selbstbiographischen Studien beschäft er sich mit der Neigung mancher Zeitgenossen, ihre Biographie wichtiger als das eigentliche Werk zu nehmen.