Max Haushofer nach 111 Jahren

Da sich heute, am 10. April 2018, der Todestag von Max Haushofer zum 111. Mal jährt, wollen wir an seinen einzigen Zukunftsroman, Planetenfeuer, erinnern. Neben seinen Tätigkeiten als Professor an der TH München und als Abgeordneter der bayerischen Liberalen schrieb Max Haushofer Gedichte, Dramen und Erzählungen.

Leider war nur ein Zukunftsroman unter den Werken, die es bis zur Publikation geschafft haben. In einer Dissertation  zu Max Haushofers Werken merkt die Autorin an dass ursprünglich wohl mehr Zukunftsromane geplant waren, aber es mangels Anklang beim Publikum nicht dazu kam:

9 Jahre nach dem Verbannten – also 1899 – erschien im Druck und Verlag der J.A. Cottaschen Buchhandlung Nachf. G.m.b.H. – Stuttgart  – des Dichters einziger Roman – “Das Planetenfeuer”, bezeichnet auf dem Titelblatt als “Zukunftsroman”. Ursprünglich plante Haushofer eine Anzahl Dichtungen dieser Art. In seinem literarischen Nachlaß bei Professor Karl Haushofer fand ich das Konzept eines Briefes an seinen neuen Verleger Cotta, in dem er den geringen Erfolg seiner bisherigen Werke feststellt und von seinem früheren Vorhaben, eine Serie Zukunftsromane zu schreiben, absieht. Die Vorarbeiten zu diesen in Aussicht genommenen Arbeiten waren weit fortgeschritten …

— Edith Thieler, Max Haushofer, Inaugural-Dissertation Albertus-Universität Königsberg, 1932, S. 76

Warum fand der Roman am Übergang zum 20. Jahrhundert keinen rechten Anklang? Etwa weil keine hehre, durch Technik verbesserte, Zukunftsgesellschaft in Aussicht gestellt wurde? Keine feundlichen Aliens, welche die Übel der Menschheit überwunden haben, und als Vorbild dienen sollten.

Als Ökonom und Politiker lässt Haushofer in Planetenfeuer das Programm der damaligen politischen Anvantgarde – Sozialismus, Sozialdemokratie – zur Realität werden, und schaut was die Menschen wohl damit im Alltag anfangen werden. Ohne zu viel zu verraten: auch in dieser technisch fortgeschrittenen, staats-sozialistischen Gesellschaft à la Bismarck gibt es Drogen und viel Sehnsucht nach Abschalten, Unterhaltung.

Das könnte zuviel Realismus für die Belle Époque gewesen sein.