Rudolf Martin

Rudolf Emil Martin, 1.6.1876 Herrnhut – 13.10.1939 Berlin

Rudolf Emil Martin wurde 1876 als einer von drei Söhnen eines Universitätsdirektors in Herrnhut (Sachsen) geboren. Alle drei gingen nach Leipzig, um dort Jura zu studieren. 1897 bestand Rudolf Martin sein Richter-Examen in Dresden und trat ins Reichsamt des Innern, Berlin, ein. 1901 wurde er dort zum Regierungsrat befördert.

1905 wurde Martin als unbequemer Mitarbeiter in das Kaiserliche Statistische Amt strafversetzt. Anlässlich des Russisch-Japanischen Krieges veröffentlichte er im gleichen Jahr Schriften über die wirtschaftliche Zukunft Rußlands und ein erstes Buch zur Luftfahrt, zusammen mit Gustav Schalk,  Die Eroberung der Luft – Ein Luftschifferbuch.

1907 setzte Martin dieses mit zwei Titeln fort, in denen er eine Abkehr vom Marinewettrüsten mit England und den Aufbau einer deutschen Luftflotte propagiert: dem Zukunftsroman Berlin-Bagdad und dem Sachbuch Das Zeitalter der Motorluftschiffahrt.

1908 wurde Martin nach einem von Fürst Bülow angestrengten Disziplinarverfahren aus kaiserlichen Diensten entlassen. In der Folge publizierte Rudolf Martin weitere Sachtitel zur Luftfahrt, zur zeitgenössischen Politik sowie Charakterisierungen der ihrer Protagonisten.

Ab 1911/12 verlegte er sich darauf, seine berühmt-berüchtigten Jahrbücher des Vermögens und Einkommens der Millionäre in … herauszugeben. Die Jahrbücher enthielten Adressen, Vermögensaufstellungen und familiäre oder geschäftliche Verbindungen der jeweiligen Personen.

Nach dem 1. Weltkrieg publizierte Rudolf Martin 1919 nur noch einen einzigen Titel Die soziale Revolution: der Übergang zum sozialistischen Staat, in dem er seine schon vorher formulierten Ideen von sozialem Ausgleich und Fortschritt durch Förderung der Luftfahrt angesichts der politischen Umbrüche nach dem Krieg erneuerte.

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