Bequemes Nachschlagen beim Amazon Kindle

Liest man digitale Medien hat man die Bequemlichkeit, dass Wörterbücher gleich bei der Hand sind, jedenfalls bei den besseren Lese-Anwendungen. So ein bequemer Zugriff macht gerade das Lesen von fremdsprachigen Texten etwas leichter. Worte, die man früher überlesen hat weil das Aufstehen und Wörterbuch-Holen zu unbequem war, werden nun eher nachgeschlagen.

Bei Firefox gibt es zum Beispiel das Ubiquity-Plugin, das einen leichten Zugriff auf verschiedenste Übersetzungs- oder Referenz-Dienste zu einem im Text markierten Wort ermöglicht — LEO, Google Translate oder Wikipedia sind so nicht weit entfernt. In Desktop-Lesern wie Skim für PDFs kann man einfach auf das Lexikon des Betriebssystems zurückgreifen. Wie sieht es bei dedizierten Lesegeräten wie dem Amazon Kindle aus?

Nach mehrwöchiger Nutzung des Kindle finde ich dessen Wörterbuch-Unterstützung sehr handlich und bequem. Da Amazon für den Kindle derzeit nur englischsprachige Texte anbietet gibt es auch nur zwei englische Wörterbücher zur Auswahl, das „Oxford Dictionary of English“ und „The New Oxford American Dictionary“. Beide werden mitgeliefert und eines davon kann per Einstellung als Standard-Wörterbuch ausgewählt werden.

Wörterbuch auf dem Amazon Kindle im Einsatz

Wörterbuch auf dem Amazon Kindle im Einsatz

Dessen Nutzung ist denkbar einfach: beim Lesen den Cursor vor das unbekannte Wort bringen, und schon klappt am Bildschirmrand eine kleine Leiste mit Erklärungshinweisen auf. Das reicht für die meisten Definitionen, wird es aber komplizierter kann man über die Return-Taste in die Vollbildansicht des Wörterbuchs wechseln. Per Zurück-Taste kommt man dann wieder in den Text. Alles so wie es sein soll.

Fragt sich nur, was passiert wenn Amazon mit dem Kindle in den deutschen Buchmarkt eintritt? Gerüchteweise soll das ja mit dem nächsten Jahr passieren. Bekommt man dann nur deutsche Lexika aufgespielt, die englischen verschwinden wieder? Das wäre schade, denn die Einbindung verschiedener Referenzquellen macht das Lesen so viel bequemer. Ein gutes Beispiel dafür ist das bei OSX mitgelieferte Apple Lexikon. Das ist eigentlich eine sehr einfache Anwendung, die ich zunächst ignorierte, da Apple nur englischsprachige Wörterbücher mitlieferte. Seitdem ich entdeckt habe, dass man den Inhalt des Lexikon durch Plugins erweitern kann, ist daraus eine vielgenutzte Anwendung geworden.

Auf ähnliche offene Schnittstellen würde ich bei Lese-Anwendungen für digitale Bücher hoffen. Die Interessen der Leser sind ja sehr verschieden, die nur auf ein einziges Standardlexikon zu reduzieren, wäre unschön. Amazon scheint diesbezüglich noch in der Entscheidungsphase zu sein.

iPhone for Kindle, Wörterbuch im Einsatz

iPhone for Kindle, Wörterbuch im Einsatz

Jedenfalls sieht es so aus, wenn man sich die Kindle-Anwendung auf verschiedenen Plattformen betrachtet:

  • Kindle (Gerät): wie beschrieben, zwei Standardlexika
  • Kindle for Mac: kein Lexikon, nicht mal eine Verbindung zu dem des Desktops
  • Kinde for iPhone: wie beim Kindle, dazu aber noch die Möglichkeit mit Google oder Wikipedia zu suchen (leider nur über Safari)