Vook: Video und Buch als digitaler Hybrid

Vook präsentiert eine Variante des digitalen Buches, die Video schauen und Lesen zusammen bringen möchte. Mit diesem Angebot geht Vook über die bisher angebotenen „E-Books“ hinaus, die meist nur das traditionelle Druckformat ins 21. Jahrhundert hinüber retten wollen. Wirklich neu ist die Idee der Kombination von Text und Video aber eigentlich nicht, sowohl in rechnergestützten Trainings (CBT) als auch in Spielen wurde diese Kombination schon ausprobiert.

Vook aber wendet man sich an den Buchmarkt, sowohl für Belletristik als auch für Sachbücher. Das Startangebot umfasst derzeit fünf Titel, davon 3 Sachtitel. Dass die Kombination aus Video und Text bei Sachbüchern gut funktoniert ist unzweifehalft. Nicht zuletzt deshalb weil die Kombination Video zum Buch/Buch zum Video schon lange verkauft wird. Beide Medien nun in einem Paket, wenn vielleicht sogar noch besser aufeinander abgestimmt, das sollte sich eigentlich auch gut verkaufen.

Schwieriger wird’s bei Geschichten. Das Buch zum Film, oder umgekehrt, gibt es da auch, aber sie ergänzen sich traditionell eher schlecht.

Vook bietet seine Titel zum Lesen im Web und zum Herunterladen fürs iPhone an. Wie das mit dem Web-Browser gehen soll, wird im Vook-Blog erklärt. Die iPhone-Variante habe ich mal selber ausprobiert, mit einem Krimi, Richard Doetschs „Embassy“. Der ist derzeit für €3,99 in Apples AppStore zu haben.

Das Videobuch ist in drei große Teile aufgeteilt:

  • Lesen
  • Schauen
  • Hintergrund-Material

Zum Lesen erhält man eine der gewohnten iPhone-Oberflächen, bei denen man mit dem Finger blättern kann. Ein bisschen merkwürdig ist, dass man nur innerhalb eines Kapitels blättern kann. Um ins nächste Kapitel zu kommen, muss die Menüsteuerung bemüht werden. Ein Fehler oder eine proaktive Anpassung an kurze Aufmerksamkeitsspannen von Lesern elektronischer Medien?

Auch die aktuelle Leseposition wird nicht gemerkt, so dass man sich diese beim Weiterlesen manuell suchen muss.

Die Videos sind meist kurz gehalten, 1-2 Minuten lang. Sie können sowohl im Textzusammenhang, als auch isoliert im Videoteil der Anwendung betrachtet werden.

Das Hintergund-Material beinhaltet eigentlich nur die üblichen Texte zu zu Autor und Verlag, inklusive passenden Twitter-Links.

Insofern nichts aufregend Neues. Wie steht es nun mit den eingebetteten Videos? Passend fand ich eigentlich nur die Videos, die auch als solche fungierten: einmal das standesgemäße Entführer-Video und ein Nachrichtenbeitrag über die Entführung. Die anderen? Nun, vielleicht habe ich mich zu wenig auf die Geschichte eingelassen, aber ich fand, sie sind nicht essentiell für den Fortgang der Geschichte, eigentlich mehr dekorativ, im schlechten Sinne.

Soweit der erste Versuch, hoffen wir, dass noch bessere Lösungen kommen.

Nachtrag: Mike Canes Vook Debuts Digital Books bietet noch viel mehr Bilder!